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Die Ohren frei ...

Die Frau im Nachbarstuhl muss älter sein als ich, wahrscheinlich weit über sechzig. Nachdem ich mich gesetzt habe, kann ich nur noch ihre Knöchel und Füße sehen, schmale Knöchel und gepflegte Füße mit pink lackierten Nägeln.

Kurz darauf kommen die Füße der Friseuse in mein Blickfeld. Die Friseuse ist ungefähr Mitte zwanzig. Sie hat blau lackierte Zehennägel, aber die Sandalen, die sie trägt, sind fast das gleiche Modell wie die ihrer Kundin.

Sie bemerkt es im gleichen Augenblick wie ich. „Sehen Sie mal, wir haben die gleichen Sandalen“, sagt sie. Die Kundin antwortet nicht sofort, vermutlich vergleicht sie und stellt schließlich fest: „Aber ich habe die schöneren Füße!“

Martina, die meine Haare schneidet, kann sich das Lachen kaum verkneifen. Ich muss an einen Vorfall vom letzten oder vorletzten Jahr denken, den Besuch einer Freundin. Wir hatten uns fast zwanzig Jahre lang nicht gesehen, da rief sie mich an einem Sonntagvormittag an: sie sei zufällig ganz in der Nähe, ob sie jetzt gleich mal auf einen Kaffee kommen könne. Ich war völlig überrascht, hatte nur zehn Minuten Zeit, mich aus meiner Wochenendschlamperei aufzuraffen und mich irgendwie zurechtzumachen. Zwanzig Jahre … Ich rannte ins Bad, überprüfte Gesicht und Haare, rannte an den Kleiderschrank und entschied schließlich, dass in so kurzer Zeit nichts zu machen war. Sie musste mich so nehmen, wie ich bin, zwanzig Jahre älter. Ich suchte mein schönstes Paar Ohrringe heraus. Meine Ohren waren nicht merklich gealtert, die konnte ich gefahrlos zur Schau stellen.

Die ältere Kundin ist aufgestanden, eine andere nimmt Platz und schiebt ihre Füße in mein Blickfeld – auch sie trägt ganz ähnliche Sandalen. Vermutlich sind die gerade in Mode. Martina bemerkt es und fängt wieder an zu kichern. Ihr Schere fährt um meinen Nacken.

„Die Ohren ganz frei, bitte“, sage ich.

Die Schere

Die Schere ist riesengroß. Sie breitet sich über den Köpfen wie eine Drohung, aber immerhin mit den Spitzen nach oben; um ernsthaft den Hals zu bedrohen, müsste sie sich erst umkehren. Die Vierung von Scheren, die weit über Kopf in die Höhe ragen, ist dennoch bedrohlich genug.
Hier ist alles überdimensioniert. Hinter dem Chorraum ein Palmengarten und eine Riesenleinwand mit einem Künstler, der sich dreimal in Ölfarbe selbst abgedrückt hat: Jeans und Turnschuhe hat er an und eine Art Dornenkrone auf dem Kopf (schwer zu erkennen, eher an gewisse Motive aus dem „Herrn der Ringe“ gemahnend, ein steinerner Kopf mit Königskraut, weiß blühende Pflanzen), das Gesicht darunter schmerzverzerrt, vielleicht waren die Jeans oder die Turnschuhe zu eng.

Rechts ein Ausstellungsraum mit Fotos von Leuten, die an Glockenseilen zerren. Was, wie ich gehört habe, auch eine beglückende Erfahrung sein soll.

Links die Kinderspielecke und eine zweiflügelige Tür, die stoßweise Gruppen von Männern in bodenlangen Röcken ausspuckt. Die Röcke passen oft nicht so recht; sie machen den Eindruck, als seien sie vor vielen Jahren angepasst worden, als der Träger noch unschlüssig war, welche Form er annehmen würde. Jetzt sind die meisten der Röcke vorne zu eng und dafür hinten zu weit, als habe der Verlust an Rückgrat das Mehr an Bauch ausgeglichen. Einige passen aber noch haargenau. Das sind die besten Sänger, übrigens. Sie beziehen Position im Chorraum. Breiten ihre Notenblätter aus und singen. Einstweilen üben sie nur, noch ist es nicht der Ernstfall. Sie intonieren mit Disziplin und unbändiger Freude: fa, sol, la, si, do. Ha-ha-haa. Hohohoho. Haaaaa.

Der Chorraum gleicht einem Wohnzimmer. Jeder ausgepolsterte Sitz hat sein eigenes Schirmlämpchen. Unter jedem Schirmlämpchen liegen vier Bücher unterschiedlichen Formats. Die Sänger haben ihre Notenblätter einfach draufgeworfen. Sie üben stehend, obwohl es schöne Sitzkissen gibt, Hunderte Polsterkissen in satten Farben, ein jedes unterschiedlich bestickt:Vogelmotive (Möwen, Papageitaucher, canadian ducks), Blätter (oak leaf, ivy), Fabeltiere (unicorn, lion, Delfine mit phantastisch bezahnten Mäulern), keltische Knotenbänder, vielfach verschlungen wie Därme. Eine Harfe. Knoten. Clover. The Tudor Rose. Clover. Knoten wie Därme.

Neben dem Chorraum geht es durchgetretene Steinstufen hinauf zu ein Schild mit der Aufschrift: No drinking beyond this point. Dahinter nur noch die gemauerte Wand. Ein Hauch von Blinddarm an dieser Stelle.



Die Schere ist riesengroß, eine nackenzerbeißende Vierung; der Blick nach oben zerreißt das Rückgrat, bis sich alles Licht wieder in einem winzigen Zentrum in unerreichbarer Höhe bündelt. Man möchte an Todesstrahlen glauben oder an Lichtbrücken, auf denen Raumschiffe in fremde Dimensionen reiten. Wahrscheinlich auch wieder nichts beyond this point, aber Glaube ist ja umsonst (was fast dasselbe ist wie „kostet ja nichts“, aber eben nur fast).

Mitgeflogen

(unter Verwendung einer Szene von Perri O'Shaughnessy - Zitate in blau)

Nach weniger als einer Stunde kam der Klempner. Sie zeigte ihm den Schlamassel in der Küche und ging zurück, um es sich wieder auf der Couch bequem zu machen. Als er fertig war, kam er herein und musterte sie von oben bis unten. „Was für eine Schande, einer so hübschen Dame eine Rechnung ausstellen zu müssen“, sagte er. Da das Geräusch der Waschmaschine abrupt abgebrochen war, löste die Stille die gemeinsame Erkenntnis aus, dass niemand sonst zu Hause war.
Sie suchte nach ihrer Tasche.
„Ich habe eine neue Tülle eingesetzt“, sagte er.
Sie hatte Mühe, das Scheckbuch herauszubekommen.
„Als ich das letzte Mal hier war, mussten Sie freinehmen, um mich reinzulassen. Das weiß ich noch.“
„Ich habe Sie noch nie gesehen. Ich habe Sie noch nirgends reingelassen“, gab sie zurück und grub in der Tasche nach einem Kugelschreiber.
„Aber klar doch. Ich habe Ihnen erzählt, dass ich das Geschäft von meinem Vater übernehme.“
Sie versuchte vergebens, die Kugelschreiberspitze herauszuknipsen, die immer wieder zurückrutschte.
„Und dass ich dieses Jahr meinen Pilotenschein mache.“
Sie warf den kaputten Kugelschreiber auf den Tisch, ging zur Kommode und riss die Schubladen auf. In der linken lag unter den Briefumschlägen eine geöffnete Blisterpackung mit zwei Kugelschreibern darin.
„Ich fliege Hängegleiter.“
Scheiß drauf, dachte sie, zupfte einen der Stifte aus der Packung und probierte ihn auf einem Briefumschlag aus. Es gab nur farblose Druckspuren. Während sie heftig weiterkritzelte, schob er sich von hinten an sie heran, bis die Haare auf ihren Armen sich berührten. So nahe an ihrem Körper erschien der seine größer.
Lauter als das Dröhnen in ihrem Blut hörte sie jemanden sagen, kalt und präzis: „So ist das also!“
Der Kugelschreiber fiel aus ihrer Hand. Ihre Finger tauchten in die Schublade, so steif, als ob sie keine Gelenke hätten. Hängegleiter.
„Und dann“, sagte er hinter ihrem Rücken, „ist Ihr Alter hereingekommen. Alles in Ordnung bei Ihnen? Seitdem?“
„Er ist Anwalt.“ Sagte das nicht alles?
So war das also.

So nahe an ihrem Körper, kritzelt sie auf den Umschlag, erschien der seine größer und umgab sie mit einem Fluidum wilder Bedrohung und sicheren Schutzes.

Geworfen VII

Ins Leben geworfen


Der diesjährige Abiball der Absolventinnen der F.-Schule in M. (ein reines Mädchengymnasium) war für die ehemalige Jahrgangsstufe 13 kein Erfolg: Kaum eine Lehrerin, kaum ein Lehrer hatte Lust gehabt, eine Karte für die Veranstaltung zu kaufen.
Die Schülerinnen waren mit Eltern, Geschwistern und Freunden unter sich. Nicht einmal die LehrerInnen der Leistungskurse waren erschienen.
»Wir sind sehr enttäuscht«, erklärte die 19jährige Sarah-Lara aus M., Sprecherin der Jahrgangsstufe. »Bei solchen Anlässen wünscht man sich, dass auch die Lehrer ein Abiturzeugnis bekämen!« Ein solches steht zwar nicht zur Debatte, aber verärgert und traurig seien die Abiturientinnen auch deshalb, weil sie den Wunsch gehabt hätten, »sich bei den Lehrerinnen und Lehrern angemessen zu bedanken, vielleicht sogar ein kleines Geschenk zu überreichen.« In mehreren Klassen haben alle Schülerinnen zusammengelegt, um ihren Lehrern zum Abschied ein kleines Dankeschön in die Hand drücken zu können. Dazu kommt es nun nicht mehr. »Wir werden sehen, was wir damit anfangen«, kündigt Sarah-Lara an, »notfalls teilen wir die Geschenke einfach unter uns allen auf!«
In den letzten Tagen des Schulhalbjahres machte die Jahrgangsstufe 13 Ernst mit diesem Plan. Ganz einfach ging es mit dem Rosenstrauß für die Deutschlehrerin Frau Dr. M.-B.: anlässlich eines letzten Treffens auf dem Schulhof wurden die Rosen unter den 37 Schülerinnen des Jahrgangs verteilt; die drei übrig gebliebenen Rosen bekam eine zufällig vorübergehende türkische Putzfrau geschenkt. Ebenso verfuhren die Mädchen mit der Pfundschachtel Pralinen für Herrn K., Lehrer für Politik und Wirtschaft. Eine Premierenkarte für »Rigoletto« am Schlosstheater in M. verknobelten die einzigen beiden Schülerinnen, die sich für Oper interessieren, unter sich; gedacht war sie eigentlich für den Musiklehrer Herrn D. »Pillowsars Of The Earth« von Ken Follett, gedacht für die Englischlehrerin Frau Dr. K., ging an die städtische Bibliothek, weil keine Schülerin es haben wollte (und auch nicht die türkische Putzfrau). Eine gebundene Ausgabe von »Gödel, Escher, Bach« für den Mathematiklehrer Herrn W. fand hingegen so großes Interesse, dass die Schülerinnen das Buch zerlegten und die einzelnen Kapitel unter sich verteilten.
Als letztes blieb eine Karte für einen Tandem-Gleitschirmflug auf der Wasserkuppe, vorgesehen als Abschiedsgeschenk für den Physiklehrer Herrn F.-Sch.
Eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Die gesamte Jahrgangsstufe 13 verabredete ein weiteres Treffen auf der Wasserkuppe, eine Woche später, wenn das Wetter sich gebessert haben sollte.
Seitdem hat man nichts mehr von den 37 Mädchen gehört. Aber in den Niederungen des Magerrasens sollen in der Folgezeit zerfledderte Einzelseiten aus »Gödel, Escher, Bach« gefunden worden sein.
Einen schönen Gruß von der geistigen Elite der Domstadt M.

Geworfen VI

Streich das Rohr grün

Sie soll schon wieder Dame spielen mit dem alten Herrn, obwohl sie weder will noch kann. Ein »Kann ich nicht« lässt er nicht gelten. »Das lernen Sie schnell, kommen Sie schon, das kann jeder lernen.«
Sie verliert ein ums andere Mal. Einmal lässt er sie gewinnen, dann stellt er die Steine neu auf und verkündet: »So, jetzt spielen wir aber richtig.« Dann gewinnt er wieder. Manchmal macht sie einen Zug, der ihm nicht gefällt. Er nimmt ihren Stein und markiert: »Schauen Sie, das hätten Sie so machen müssen, dann hätte ich nämlich schlagen müssen« – er nimmt einen ihrer Steine weg, wirft ihn neben das Spielfeld – »und dann hätten Sie …« Und er legt zwei seiner eigenen Steine an den Rand. »Das hätten Sie machen müssen.« Die Steine bleiben so stehen, wie er sie gesetzt hat; das Spiel geht so weiter, wie er es für sie gestellt hat. Sie verliert trotzdem.
»Ich kann einfach keinen Stein opfern, um den Gegner herauszufordern«, verteidigt sie sich, » meine Steine sind für mich …« – sie sucht nach dem passenden Vergleich – »wie Schäfchen, ich werde nicht freiwillig eines meiner Schäfchen opfern, lieber verliere ich.«
Für Sekunden, während er murmelnd seine Strategie plant, sieht sie statt ihrer letzten drei weißen Steine winzige Schäfchen, kleine weiße Lämmer, die »mäh« schreien. Vergebens.
Nach der fünften Partie steht er auf, um sich mit seinen Malschülern zu unterhalten. Sie nutzt die Gelegenheit, ihr Strickzeug hervorzuholen, strickt eifrig und schaut dabei in ihr aufgeschlagenes Buch. Schon ist er zurück und baut die Steine neu auf.
»Darf ich die Reihe zu Ende stricken?«, fragt sie.
»Wir können schon anfangen«, erwidert er, »wenn Sie beim Stricken lesen können, dann können Sie auch spielen.«
Und schon verliert sie wieder. Sie findet keine Strategie. Wenn sie sich allzu blöd stellt, wird er sauer werden und sie anschnauzen. Wenn sie versucht, gut zu spielen, muss sie sich einen Schlachtplan überlegen. Während sie überlegt, trommelt er mit den Fingern: »Ja nu.« Zu gut darf sie ohnehin nicht werden, sonst denkt er am Ende noch, es macht ihr Spaß.
»Ihnen fehlt bloß die Routine«, bemerkt er und stellt die Steine neu auf, »wenn Sie erst mal Übung haben, dann macht es auch Spaß!«
Das tut es nicht. Aber nicht deshalb, weil sie keine Übung hat. Sondern umgekehrt: Sie hat keine Übung, weil sie überhaupt nicht gerne spielt.
»Sie werden sehen«, bemerkt er und stellt die Steine neu auf, »es macht Spaß, gegen einen Meister zu spielen, und ich bilde mir ein, ein Meister zu sein!«
Warum spielt er dann gegen sie?
Wenn er sich über das Spielbrett beugt, alt, krumm und weißhaarig, sieht er aus wie ihr Vater. Ganz klein saß sie ihm gegenüber, baumelte mit den Beinen, die Zöpfe hingen über die aufgestützten Arme. Während ihr Vater einen Stein zog, schob er einen anderen mit dem Ellbogen ein Feld weiter.
»Du mogelst ja!«, rief sie empört.
Ihr Vater schob den Stein wieder zurück und sagt: »Einmal mogeln ist erlaubt!«
Der alte Mann sieht aus wie ihr Vater, kurz bevor er das letzte Mal zur Chemo musste und nicht zurückkam.
Sie zieht einen Stein. Der Alte schnalzt unwillig, murmelt: »Und was soll ich armer Mann jetzt machen?« und schiebt einen Stein vor, den sie schlagen muss, worauf er im nächsten Zug bis ans Spielfeldende hüpft und eine Dame gewonnen hat.
Warum kümmert er sich nicht endlich um seine Schüler? Helmut hat sein Bild total blöd aufgeteilt, das sieht sogar ein Laie wie sie. Die Hausfront ist viel zu groß, das Fenster seitlich angeschnitten, der Busch unter dem Fenster kann sich nicht entscheiden, ob er in der Sonne oder im Schatten wächst, das Regenrohr ist platt wie ein Brett. Warum geht er nicht dorthin und kümmert sich, statt sie mit Damespielen zu plagen?
Er stellt die Steine neu auf und ruft:
»He, Helmut! Streich das Rohr grün!«

Geworfen V

Was wissen wir über Willi?

- Warten Sie auch auf Herrn Willi?
- Warum?
- Weil Sie hier stehen.
- Ist schon viertel vor sechs.
- Vielleicht gilt die Zeitangabe halb sechs c.t., also eine Viertelstunde später.
- Dann sollte er jetzt da sein.
- Vielleicht ist er plötzlich krank geworden, haben Sie vielleicht eine Telefonnummer, wo man nachfragen könnte?
- Nee, nur die von der Volkshochschule.
- Da geht keiner mehr ran um kurz vor sechs.
- Würden Sie bitte die Zigarette ausmachen? Der Rauch stört mich.
- Wir sind unter freiem Himmel, es steht Ihnen frei, ein paar Schritte wegzugehen.
- Gehen SIE doch weg, wenn Sie hier rauchen müssen.
Drei Handys werden gezückt und in der üblichen Weise traktiert, ohne dass man dadurch klüger würde. Die vierte Teilnehmerin, eine blasse Blondine mit schwerer und ausgebauchter Schultertasche, nimmt kein Telefon zur Hand. Sie steht abseits und betrachtet blinzelnd die grauen Wolkenschiffe am Himmel.
- Gleich regnet's.
- Im Prospekt stand doch halb sechs, hier vor dem Atelier, richtig?
- Ja, sicher ist was dazwischengekommen.
- Oder er macht es mit Absicht.
- Warum denn das, um Himmels Willen?
- Dies ist doch ein Schreibkurs. Vielleicht sollten wir schon mal mit Schreiben anfangen. Thema: Der Lehrer macht blau ... oder so.
- Ja klar, wäre denkbar. Ich meine, was wissen wir schon über Willi? Nichts als den Namen.
- Was ist das überhaupt für ein Name, Herr Willi?
- Vielleicht überwacht er uns schon. Wir sollten was schreiben.
Drei Augenpaare schweifen umher auf der Suche nach versteckten Kameras. Die vierte Teilnehmerin beobachtet einen Apfelbaum, der aus einer Baumscheibe auf dem Parkplatz wächst und fast zusammenbricht unter dem Gewicht halbreifer Äpfel.
- Ich schreib ein Haiku, das geht schnell. Willi verspätet / Schüler warten und denken / Gedichte entstehen.
- Das ist kein Haiku, in der letzten Zeile ist eine Silbe zuviel.
- Ge-dan-ken-ent-ste-hen, stimmt doch.
- Das sind sechs Silben, eine ist zuviel.
- Verdammt, stimmt. Po-e-sie-ent-steht ...
Er zählt an den Fingern mit.
- Ich bin Prosaschreiber, ich fang lieber einen Krimi an. Vielleicht kommt er nicht, weil er ermordet wurde.
- Wer sollte denn Herrn Willi ermorden??
- Zum Beispiel ein Bewerber, den er nicht angenommen hat.
- Gibt es denn Bewerber, die er nicht angenommen hat?
- Ja, als ich mich beworben habe, war auch ein Türke hier, den hat er nicht genommen, der konnte angeblich nicht gut genug Deutsch.
- Nehmen wir mal an, er konnte durchaus Deutsch, wollte aber nicht in Deutsch dichten.
- Ja, er könnte ein Dadaist gewesen sein, die dichten nicht in Deutsch. Aus Lehrerverspütung / sprühen Gedünken / mir dünkt Wülli überflüsig. Das klingt doch schon beinahe wie Türkisch.
- Bitte keine Witze auf Kosten von Minderheiten mit Migrationshintergrund.
- Ich höre immer Minderheiten.
Drei Notizbücher werden aufgeklappt, aufs Knie gestützt und mit Fragmenten von Dichtung befüllt. Die blasse Blondine mit der schweren Tasche ist ein paar Schritte beiseite gegangen und betrachtet den Apfelbaum, von dem inzwischen vier Äpfel herabgefallen sind. Sie sind alle wurmstichig.
- Ich bleibe lieber beim Krimi, der Türke könnte den Herrn Willi erstochen haben. Aus Eifersucht.
- Das ist rassistisch, nehmen Sie einen deutschen Täter.
- Es könnte ja ein türkischstämmiger Deutscher sein mit deutschem Pass.
- Das ändert überhaupt nichts, das ist Rassismus, so was will kein Mensch lesen.
- Ich schreibe ja nicht, damit es einer liest, das ist ein ganz falscher Ansatz. Ich suche keinen Verlag, ich doch nicht. Ich schreibe nur zur Selbstverwirklichung.
- Dann verwirklichen Sie sich bitte ein paar Schritte weiter weg, der Rauch stört mich.
- Wir sind hier unter freiem Himmel, gehen Sie doch weg, ich will jetzt in Ruhe schreiben.
- Leiche des Lehrers / beflügelt Schülerdenken / vor verschlossener Tür ...
- Das ist erstens ohne jede Logik und zweitens immer noch eine Silbe zuviel.
- Meckern Sie doch nicht dauernd rum.
- Es ist schon nach sechs, Willi kommt sicher nicht mehr.
- Was ist denn mit der da, geht die jetzt etwa weg?
Drei Köpfe drehen sich um zu der blassen Blondine, die in Richtung Parkplatz davongeht, vom Gewicht ihrer Schultertasche schief gezogen.
- Was schleppt die denn eigentlich in ihrer Tasche?
- Bestimmt keine verborgenen Talente.
- Vielleicht hat sie eine Kettensäge dabei.
- Vielleicht hat sie Herrn Willi gekillt.
- Schülerin, frustriert / wendet sich Richtung Parkplatz / Säge blutbefleckt ...
- Also das gibt absoluuut gar keinen Sinn und ist totaaal gegen den Geist der japanischen Dichtung.
- Bleiben Sie mir weg mit Ihrem Geist. Ihr Rauch stört mich.
- Wenn Willi jetzt doch noch kommt, findet eh nichts statt, mit drei Schülern wird der Kurs nicht veranstaltet, zu wenig Nasen.
- Warum denn Nasen, was soll das?
Ein weißer Smart rollt auf den Parkplatz. Niemand schaut hin.
- Unter sieben Nasen gibt es keinen Volkshochschulkurs.
- Aber dann reicht das ja allemal nicht, wir sind drei, vorher waren wir vier.
- Der Lehrer zählt vielleicht auch mit, der lernt ja auch was.
- Volkshochschulverwaltungstechnisch zählt Willi nicht. und wir müssen sowieso mindestens sieben Nasen sein.
Aus dem weißen Smart steigt ein Mann aus, ein Meter fünfundachtzig, leptosom, energiegeladen, mit flatterndem Hemd: Sind Sie die Teilnehmer der Literaturwerkstatt??
Drei Köpfe nicken.
- Freut mich, ich bin der Leiter, mein Name ist Willi.
- Sind Sie jetzt zu spät oder wir zu früh?
- Eine ist schon abgehauen.
- Ach, dass Sie doch noch kommen, ich dachte, Sie seien tot.
- Und zerstückelt.
- Ich hab's hier schriftlich. Lehrer in Stücke zerlegt / ...
- Das sind sieben Nasen, äh Silben, da stimmt überhaupt nix mehr, und gegen den Geist der japanischen Dichtung geht es auch.
- Ja wollen wir dann? Sind das etwa alle? Ich fürchte, mit drei Leuten gibt es keinen Kurs ... aber gehen wir erst mal rein, vielleicht kommt ja noch der eine oder die andere ... bitte hier herein und links herum ... nehmen Sie Platz. Entschuldigung, aber hier ist Rauchverbot.

Geworfen IV

Der Mond bist du

Sie gehen untergehakt, zwei sehr Dicke; ich hinter ihnen. Der Mann wirkt von hinten kompakt und eckig, erst als er sich kurz zur Seite dreht, sehe ich den enormen Bauch und frage mich, wie er das Gleichgewicht halten kann. Die Frau schwappt gleichsam über in ihrem geblümten Hängekleid, ihre Knöchel sind geschwollen, die Sandalen schief getreten. Beide essen Eis.
Sie schauen in jedes Gehege, stellen fest: nichts drin, und lesen gewissenhaft die an den Gittern hängenden Schilder, auf denen etwa steht: Wollmilchhyäne, Ostsüdostzimbabwe, nachtaktiv, oder: Baratzenkatze, Igruan, nachtaktiv, oder: Brandfleckenkataster, Nordlaputa, nachtaktiv. Wenn ich Geld hätte, sagt sie plötzlich, dann würde ich mir so ein Gelände kaufen und Parzellen anlegen, alles mit Zaun drumrum und nichts drin. Überall Schilder hinhängen: nachtaktiv, und einen Haufen Eintrittsgeld verlangen.
Und am Eingang noch einen Streichelzoo anbieten mit ein paar Ziegen, steuert er bei, und überteuerte Karotten verkaufen zur Fütterung der Ziegen.
Sie bückt sich und kratzt sich an Knöchel, wo sich eine rote Quaddel breit macht, vermutlich ein Bremsenstich. Wieder in die Senkrechte zurückzukommen, fällt ihr schwer. Sie muss mit den Händen an ihren Beinen hochklettern und schnauft.
Wir können ja bis zum Abend bleiben, meint er, heute gucken eh alle Fußball, wir hätten den ganzen Zoo für uns. Wir bleiben einfach hier, bis es dunkel wird, dann kommen die Hyänen raus. Er zeigt dabei auf ein Gehege, in dem angeblich zwei Hyänen wohnen; die eine heißt Bombaataa, die andere Paul-Günther.
Wenn die rauskommen und uns beide sehen, dann lachen sie bestimmt. Hyänen lachen gern.
Aber heute wird es gar nicht dunkel, wendet sie ein. Wir haben Vollmond.
Der Mond bist du, sagt er und küsst sie.

Geworfen III

Ein Plus bei Zerbe

Sie kann nur bei Plus einkaufen, es gibt keinen anderen Laden hier. Aber wenigstens soll Zerbe nicht an der Kasse sitzen, wenn sie kommt.
Zerbe hat einen Sticker an seinem weißen Kittel, ungefähr in Höhe der linken Brustwarze: Hakan Zerbe. Automatisch fragt sie sich immer, wenn sie dieses Schild sieht, ob er überhaupt in Euro denkt, ob er nicht lieber etwas anderes abkassieren würde, was sie nicht kennt. Sie kennt die türkische Währung nicht und wenn sie weiter denkt, kommen ihr nur Ziegenherden in den Sinn. Politisch unkorrekt. Sie verbannt die Ziegenherden aus ihrem Kopf.
Dabei spricht Zerbe genauso gut Deutsch wie sie. Guten Tag. War's das? Die Rabattkarte bitte noch, wenn Sie eine haben. Mehr spricht er nicht. (Sie noch weniger.)
Er zieht einen Gegenstand nach dem anderen über den Scanner, hält inne bei der Schokolade, mustert prüfend die Tafel und sie, die Kundin, die Schokolade kauft; taxiert ihre Körperform ab. Sein Blick fragt: Sind Sie sicher? Er schaut zurück auf die vorbeigelaufene saure Sahne, den Bienenstich in Folie, die Tütensuppe; schaut vorwärts auf das, was noch kommt: Gummibärchen, eine Flasche Ramazotti, Salat, drei Bananen, ein Viertel Rinderhack. (Man erkennt die Alleinstehenden an ihren Einkäufen.)
Er zieht die Schokolade über den Scanner. Piep. Die Rabattkarte dann bitte noch. Wenn Sie eine haben.
Im Hinausgehen denkt sie: ICH HASSE HAKAN ZERBE. Sieht den Satz vor sich wie mit fettem schwarzem Edding an ein Flipchart geschrieben.
Sie muss herausfinden, wann er keine Schicht hat, sie lässt sich sowieso viel lieber von Frauen abkassieren. Hakan Zerbe hat einen zurückgekämmten Irokesenzopf und einen pharaonenhaften Augenschnitt, der nichts verrät von seinen Gefühlen. Die Aura von Verachtung, die er in alle Richtungen abstrahlt, kann man nicht als Gefühl bezeichnen; sie umgibt ihn beständig und unabhängig von seiner momentanen seelischen Befindlichkeit. Vermutlich kennt Hakan Zerbe gar keine seelische Befindlichkeit. Wenn sie die aus ihm herausfragen würde, käme nur ein »Hä?« Die seelische Befindlichkeit bitte noch. Wenn Sie eine haben. - Hä?
Das nächste Mal wird sie nur gesunde Sachen einkaufen. Wieder Salat, aber keine Schokolade, sondern Pumpernickel, rechtsdrehende Margarine, Gurke, Dinkelkeks. Ziegenkäse von der Rolle.
Das Zellophan um den Ziegenkäse ist irgendwie verdreht, der Strichcode nach innen umgeknickt. Sie hat es nicht gleich gemerkt, sonst hätte sie eine andere Rolle genommen. Hakan Zerbe kniebelt am Zellophan herum, sucht es in die richtige Stellung zu bringen, werkt verkniffen wie ein Fotograf, der Arme und Beine seiner Models sortiert, gibt schließlich auf. Pfriemelt die Verpackung auf, gibt den Strichcode per Hand ein, beißt ein Stück vom Ziegenkäse ab und faltet wieder zu.
Die Rabattkarte bitte noch.
Ihr fällt dazu nichts ein, sie packt den Käse in ihren Korb, zahlt, rollt den Einkaufswagen zu ihrem Auto. Fährt nach Hause. Räumt die Einkäufe in ihren Kühlschrank. Zerbes Zahnabdrücke im Ziegenkäse. Von der Rolle. Starke Zähne, weiß; der undeutbare Mandelaugenblick, der dicke schwarze Irokesenzopf. Er hat durchgebissen. Sie sagt besser nichts. Sie denkt besser nichts. Sie fühlt sich erlöst.

Geworfen II

Knoten im Brötchen
(Kabale und Liebe, 1. Akt, 7. Szene)

FERDINAND. Der PRÄSIDENT. WURM, welcher gleich abgeht.
Jaaa, gut dass der Wurm abgeht!!
Wir sind beim Frühstück:

PRÄSIDENT: Ein seltsamer Gram brütet auf deinem Gesicht - Du fliehst mich - Du fliehst deine Zirkel ... (sehr begreiflich) ... Wem hab ich durch die Hinwegräumung meines Vorgängers Platz gemacht - eine Geschichte, die desto blutiger in mein Inwendiges schneidet, je sorgfältiger ich das Messer der Welt verberge. (igitt!)
FERDINAND: Es ist besser, gar nicht geboren sein, als dieser Missetat zur Ausrede dienen.
PRÄSIDENT: Auf mich fällt die Last der Verantwortung - auf mich der Fluch, der Donner des Richters - Du empfängst dein Glück von der zweiten Hand - das Verbrechen klebt nicht am Erbe.
FERDINAND (streckt die rechte Hand gen Himmel). Feierlich entsag ich hier einem Erbe, das mich nur an einen abscheulichen Vater erinnert. (der Wendepunkt)
PRÄSIDENT: Feierlich? (stockt) Was, feierlich? Weißt du überhaupt, was das ist, feierlich? Also, ich nenne dir mal ein Beispiel: Als wir den Planetenwanderweg Neuhof-Kalbach 1998 eröffnet haben, das war feierlich. Da gab es Bratwurst und Bier, das Blasorchester spielte "Weißt du wieviel Sternlein stehen", der Bürgermeister hielt die Eröffnungsrede, die Zeitung machte Bilder und der Wahlkreisabgeordnete schnitt ein Band mit der Schere durch. Das ist feierlich. Was du hier veranstaltest, ist bestenfalls schlecht improvisiert, da fehlt's noch weit.
FERDINAND: Was? (verwirrt)
PRÄSIDENT: Wenn du wirklich feierlich deines Erbes entsagen willst - nebenbei gesagt, auf entsagen folgt doch eigentlich Genitiv, oder? (verwirrt) Ich sollte bei canoo.de nachsehen (macht sich einen Knoten ins Brötchen). Also wenn du wirklich entsagen willst, sollten wir einen Termin festlegen, irgendwann im August, eher werden wir doch nicht fertig und bis dahin sind die Leute auch wieder aus dem Urlaub zurück. Da haben wir genügend Zeit, Plakate zu drucken und Flyer auszulegen. Das Blasorchester ist inzwischen aufgelöst, die studieren jetzt alle, aber ich könnte nachfragen, ob die Schola singen würde, das passt sowieso viel besser zum Anlass. Bratwurst ist auch nicht so angesagt, wir sollten überlegen, ob wir irgendwas aus dem Wok machen könnten ...
FERDINAND (stottert): Wie jetzt?
PRÄSIDENT: Dann kannst du feierlich entsagen. Ich darf nicht vergessen, den Rundfunk anzuschreiben, bei der Eröffnung des Planetenwanderwegs waren die nicht dabei, zu kurzfristig, hinterher hat mir der Bürgermeister Vorwürfe gemacht --- warum ziehst du so ein Gesicht?
FERDINAND: Weil meine Begriffe von Größe und Glück nicht ganz die Ihrigen sind - Ihre Glückseligkeit macht sich nur selten anders als durch Verderben bekannt. Neid, Furcht, Verwünschung sind die traurigen Spiegel, worin sich die Hoheit eines Herrschers belächelt. - Tränen, Flüche, Verzweiflung die entsetzliche Mahlzeit, woran diese gepriesenen Glücklichen schwelgen ...
PRÄSIDENT: Ich hab doch gesagt, diesmal nehmen wir den Wok, nicht Bratwurst, ich weiß, die bekommt dir nicht. Mir übrigens auch nicht.
FERDINAND. Sie werden mir zum Rätsel, mein Vater.
PRÄSIDENT (schlägt ein Gelächter auf).
FERDINAND (schlägt das Buch zu).

Geworfen I

Die Leidenschaft aus den Pappresten

am wochenende sitzt sie vor dem rechner und chattet. es geht bis drei uhr früh. die häuslichen themen: ein hustendes frettchen, läuse am geißblatt, eine abgängige zahme ratte.
sie ist unter zwei namen gleichzeitig im chat, macht hin und wieder eine spitze bermerkung, weist sich gleich darauf selbst milde zurecht und legt auf der freien tischhälfte neben dem rechner ein 1000-teile-puzzle vom markusplatz. tauben, tauben, tauben. verflogene brieftauben, im garten gefunden, entkräftet. blutig gehackte hälse. johannisbeersträucher voller grauer federn. eine wolke aus flattergeräusch, in weißglühende luft aufsteigend wie ferner kanonendonner. sie legt ein teil an seinen platz und schreibt in das antwortfeld auf dem bildschirm, dass es auch für haustiere heilpraktiker gebe. heilmassagen für traumatisierte zurückgekehrte zahme briefratten. nachtstille um drei uhr früh, nur in der ferne dröhnt die autobahn.
die gezähnten pappstückchen schieben sich zwanglos ineinander, fügen taubenköpfe an taubenhälse, taubenflügel an taubenkörper, taubenscheiße an touristenärmel, bevorzugt japanische.
ein teil bleibt übrig. das puzzle hat noch eine lücke, tief im grund des pflasters, es müsste dunkelgrau sein, doch das übrig gebliebene teil ist hellgrau. beinahe weiß.
sie legt den deckel auf die schachtel und schreibt in das antwortfeld auf dem bildschirm: deine ratte wurde in venedig gesichtet. ein weißer fleck auf der grauen landkarte. beeile dich und hol sie ab, sie macht gerade den flugschein.
sie schaltet den rechner aus, geht in die küche und verstaut die leeren flaschen im unterschrank der spüle. mitten durch die küche führt eine ameisenstraße. neuerdings. die ameisen sind alle beringt. es scheint sich um briefameisen aus belgien zu handeln. sie sehen müde aus, aber unbeirrt finden sie ihren weg in den kühlschrank.


Sechzehn Stunden Heppenstiel

heppenstiel ist nicht wirklich so, wie er heißt. der name klingt nach sensenmann, heppenstiel ist einer von der fröhlichen sorte. irgendwie gewissermaßen sozusagen frischfrommfröhlichfrei. wenn er ausatmet, knallt eine portion frischluft ins zimmer, dass es "ping" macht.
"möglichst KURZE!!! vorrede" hat er ans flipchart gekrakelt. die vorrede hält er eigentlich gewissermaßen sozusagen selbst. aber irgendwie in gewisser weise muss er sich selbst daran erinnern, dass die vorrede möglichst KURZ!!! sein sollte, daher das flipchart.
früher, leutz, doziert heppenstiel und klappt ein blatt am flipchart um (er nennt das "sozusagen irgendwie ein neues fenster aufmachen"), haben die könige selbst die kriege entschieden, sie haben einander einfach in einem entscheidungsturnier sozusagen gewissermaßen vom pferd gestochen, und er zeichnet auf das leere blatt einen weißen ritter und einen schwarzen ritter, die lanze des weißen irgendwie sozusagen in gewisser weise im anschlag, und schon liegt der schwarze ritter am boden, der krieg ist irgendwie, leutz, wenn wir es mal so ausdrücken wollen, sozusagen entschieden, halleluja.
und er verbreitet sich über das mittelhochdeutsche. die minne, die triuwe. das sei deckungsgleich mit dem jiddischen. wer jiddisch kann, leutz, der kann das nibelungenlied im original lesen. irgendwie sozusagen gewissermaßen, wenn nichts dagegen spräche, was aber irgendwie eigentlich eher unwahrscheinlich ist.
noch fünfzehn stunden das ganze.
heute morgen waren es noch sechzehn.
dann sind ferien.
in der ferne rauscht die autobahn.

in den schwarzen springerstiefeln jucken die füße. ameisenwege? weiß schlägt schwarz. sie möchten losfliegen, unberingt.

Blubbern als Kunst!

brille

Wort des Monats

"Es gibt in der geistigen Welt weitaus mehr Gnade, als sich der Mensch vorstellen kann."
(Meridian 2/2012)

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