Molière
Wir schauen uns eine DVD an, den Film über Molière von Mnouchkine, erster Teil.
Die Karnevalsfeier, der brennende Heuwagen. Die Nacht im Schuldturm. Die abbröckelnde weiße Schminke im Gesicht. Die Szene, als Zigeuner die Karrenpferde schlachten und das rohe Fleisch fressen.
- Damals hast du angefangen mit dem Schreiben, weiß ich noch.
Was? Ich schrecke auf. Das war 1978. Damals habe ich nicht angefangen. Ich habe geschrieben, seit ich schreiben kann. Ich schrieb schon lange, ehe ich das erste Mal von Molière gehört habe.
- Und jetzt habe ich wieder aufgehört mit Schreiben, sage ich humorlos. Auf dem Bildschirm beginnt der Mistral zu pfeifen, eine Freilichtbühne fliegt im Wind davon, mitsamt den darauf stehenden Schauspielern, die lachen und schreien und sich an die Kulissen klammern.
Der Film ist zu Ende. Den zweiten Teil schauen wir uns morgen an, sage ich. Öffne die Schublade des DVD-Spielers, nehme die Scheibe heraus, vorsichtig auf der Zeigefingerspitze balanciert, und frage mich, woher ich so genau weiß, dass uns nicht bis morgen alles andere auch weggeflogen sein wird.
Die Karnevalsfeier, der brennende Heuwagen. Die Nacht im Schuldturm. Die abbröckelnde weiße Schminke im Gesicht. Die Szene, als Zigeuner die Karrenpferde schlachten und das rohe Fleisch fressen.
- Damals hast du angefangen mit dem Schreiben, weiß ich noch.
Was? Ich schrecke auf. Das war 1978. Damals habe ich nicht angefangen. Ich habe geschrieben, seit ich schreiben kann. Ich schrieb schon lange, ehe ich das erste Mal von Molière gehört habe.
- Und jetzt habe ich wieder aufgehört mit Schreiben, sage ich humorlos. Auf dem Bildschirm beginnt der Mistral zu pfeifen, eine Freilichtbühne fliegt im Wind davon, mitsamt den darauf stehenden Schauspielern, die lachen und schreien und sich an die Kulissen klammern.
Der Film ist zu Ende. Den zweiten Teil schauen wir uns morgen an, sage ich. Öffne die Schublade des DVD-Spielers, nehme die Scheibe heraus, vorsichtig auf der Zeigefingerspitze balanciert, und frage mich, woher ich so genau weiß, dass uns nicht bis morgen alles andere auch weggeflogen sein wird.
schmollfisch - 5. Jul, 21:05






Liebe schmolli,
Ich habe, kurz nachdem ich den Film das erste Mal gesehen hatte - das muss wohl 1979 oder '80 gewesen sein - dem Herrn Molière ein Radix-Horoskop gestellt und kann mich noch erinnern, wie entsetzt ich über das Ergebnis war.
Damals habe ich mir selbst versprochen, niemals einem lebenden Menschen ein Horoskop zu stellen. Mittlerweile habe ich es ohnehin verlernt.
Gruß vom schmollfisch!
Die DVD gibt es leider nur in französicher Sprache. Mit Untertitel bestimmt, oder?
Hast du mal geguckt ob die DVD von der Barockoper schon raus ist? Ich hab' noch nichts gefunden.
Wenn ich das Diagramm wiederfinde, mache ich mal ein Foto davon. Liegt sicher noch irgendwo rum ...
Die DVD habe ich nicht finden können, irgendwo hab ich mal eine "Schwarzgebrannte" gesehen, aber ich warte auch auf die offizielle ...
David Daniels ist im nächsten Frühjahr wieder in der Met, ich glaube mit Giulio Cesare, hm, sind auch schöne Arien drin, aber da brauchts ingesamt VIER Countertenöre, hoffentlich wird das was ;o)
Ey schmolli, das (Giulio Cesare) wird voll schön. Das hören wir uns an ;)